Silexspeerspitze

Bei der Speerspitze aus der Antikensammlung von König Maximilian II. handelt es sich um einen frühbronzezeitlichen Siedlungsfund. Die knapp 15 cm lange honiggelbe Speerspitze mit Schaft weist viele kleine Retuschen der Remedello-Kultur auf, in deren Einflussbereich auch der sogenannte Oetzi gehört. Der charakteristische Silex wurde nur in Lagerstätten in den norditalienischen Alpen abgebaut.

Bereits 1851 lässt sich aus der Tagebuchaufzeichnung des Dichters Hans-Christian Andersens ein Hinweis auf dieses Stück entnehmen. Nach einem Besuch der Roseninsel mit König Maximilian II. notierte der Dichter: „… – Man hatte dort ein Hünengrab gefunden, wir sahen die ausgegrabenen Gebeine und ein Messer aus Feuerstein; …“

Der Starnberger Landrichter Sigmund von Schab beschreibt dieses Stück 1876 in seinem Buch Pfahlbauten im Würmsee als „Lanzenspitze aus honiggelbem Feuerstein, ganz gut erhalten, blattförmig, 150 mm lang, größte Breite 55 mm.“ Sie ist in seiner Auflistung der Vitrinenobjekte an erster Stelle zu finden. Des Weiteren lässt er seiner Beschreibung noch eine Anmerkung folgen: „Professor Desor äusserte sich, dass diese Lanzenspitze „alle in der Schweiz entdeckten ähnlichen Feuersteinwaffen an Schönheit der Arbeit übertrifft.“

Das Original der Speerspitze befindet sich heute in der Archäologischen Staatssammlung in München. Für die Vitrine im Casino auf der Roseninsel wurde 2016 durch die Archäologische Staatssammlung  eine Kopie in Polyesterharz ausgeformt und koloriert.

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